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Astronomie

hier entsteht meine Astroseite. Verfolgt selbst, wie sie mit dem Verlauf meiner Beobachtungspraxis wächst und nehmt Anteil an der wunderbaren Welt der astronomischen Objekte, welche man auch ohne Zuhilfenahme aufwändiger Beobachtungsinstrumente erleben kann.

Die Anfänge

Als Kind habe ich mich schon für die Astronomie interessiert. In der Stadtbibliothek gab es Bücher mit faszinierenden Aufnahmen der Himmelsobjekte und Beschreibungen der optischen Instrumente, von welchen sie erzeugt worden waren. Ein kleiner 60mm Refraktor aus dem Quelle-Katalog war ein Weihnachtsgeschenk meiner Eltern. Wie wenig man damit im Vergleich mit den professionellen Fotografien sehen konnte! Trotzdem habe ich halbe Nächte in der kalten Dachkammer verbracht und bei Rotlicht mit dem Bleistift die helleren Himmelsobjekte zu Papier gebracht. Die Phantasie machte aus dem schwachen, verwaschenen Fleckchen im Okular eine Galaxie oder einen Sternhaufen. Der Saturn hatte einen Ring und der Jupiter Streifen - ringsherum glitzerten die Monde. Gespannt wartete man im Verlauf der Nacht und im Wechsel der Monate auf die neuen, unbekannten Sternbilder. Wenig später war der Wissensdurst gestillt und das Instrument wurde immer seltener aufgestellt. Das war 1979. Die Jahre vergingen....

...am 18.11.2007 klingelte das Telefon - am anderen Ende mein Freund Dieter: 'Schau mal nach oben, da ist der Holmes 17p, guck's dir mal an!'. Holmes 17p? Was das? Aha, ein Komet. Mit dem Fernglas konnte man eine scharf abgegrenzte recht, helle Kugel im Perseus erkennen. Ich überlegte: ich habe doch eine digitale Kompaktkamera. Ohne Nachführung kann man so ca. 10-15 Sekunden belichten, da müsste einiges an Sternenlicht gesammelt werden können. Das Teil hatte auch einen guten optischen Zoom und ein recht lichtstarkes Objektiv - aber ich hatte kein Stativ. Flugs war mit Kabelbinder und ein, zwei Stücken Dachlatte eine provisorische Halterung gebastelt.

Hier sind die Ergebnisse der ersten Astrofoto-Safari:

Holmes 17p           halber Zoom       voller Zoom         [ Fuji Finepix S7000,  ISO800,  t=13", keine Nachbearbeitung]

Die Fotografie von Himmelsobjekten hatte ich mir sehr wohl als anspruchsvolles Unterfangen vorgestellt. Dass aber doch ein erhebliches Maß an Geduld und Geschick erforderlich ist, verbunden mit einigen Aufwendungen in Richtung Optik und PC-Software, um ein halbwegs brauchbares Ergebnis zu erzeugen, hat mich doch ein wenig ernüchtert. Trotz alledem bin ich mit den ersten verrauschten Schnappschüssen von der Fuji Kompaktkamera ganz zufrieden.

Es wird aufgerüstet...

2008: mein Bruder wollte seine Fotoausrüstung aktualisieren. Die Fuji S3Pro mit einem Sigma DC 18-50mm 1:2,8EXD und einem Sigma EX 70-200mm 1:2,8D APO bot er mir zum fairen Preis an. Ich machte den Deal und erhielt eine prächtige Ausrüstung für die Astrofotografie.

Bei der nächsten Gelegenheit probierte ich die Kamera aus, hier eins der ersten Fotos:

Orion aus der freien Hand, Gehäuse an Tischkante angelehnt, 2,8/50mm t=15" ISO800 Ganz schön viel Dreck auf dem CCD. Das Bild ist nach 15" schon deutlich aufgehellt. Das liegt an Streulicht der nahen Städte Leverkusen und Köln.

zu Silvester brachte das Christkind ein verspätetes Weihnachtsschnäppchen: den Meade 6 Zöller auf der LXD75 Montierung.

Box in a Box....

so sieht das Teil aufgebaut aus, für 600€ kann man nicht meckern...Lidl sei Dank

Nur noch auf die erste sternenklare Nacht warten und los...dachte ich.

Ich schraubte mir mit Abstandsbolzen eine Aluplatte als Kameraadapter an die Tubusschellen und befestigte die Kamera darauf. Nun machte ich ein paar Serienaufnahmen mit jeweils 15 Sekunden Belichtungszeit, um den Fokus einzustellen. Dabei stellte sich heraus, dass der Strich des Unendlich-Fokus bei beiden Objektiven nicht passte - die reale Einstellung lag jeweils knapp daneben. Temperatur - wenn die Kamera und das Objektiv sich abkühlen, verschiebt sich der Fokus, so ein Mist...

1. Testbild    Testbild  im Hintergrund ist bereits Chiprauschen zu erkennen, Fokus o.k., mangels Nachführung Strichspuren, am Ende der Belichtungszeit gewackelt.

2. Testbildreihe 4.0/200mm ISO800  Plejaden 30"   Plejaden 45"   Plejaden 60"  deutlich erkennbar das rapide Anwachsen der Hintegrundhelligkeit. 60 Sekunden sind eigentlich schon zu viel, es kommt keine Bildinformation mehr hinzu. Schade eigentlich, soll es das nun schon gewesen sein??

Lichtverschmutzung, eine Odyssee

Dieses Thema wird mir noch viel Verdruss bereiten. Mit meinem Wohnort in Langenfeld habe ich einen der Orte mit dem denkbar schlechtesten 'Seeing' ( so der Jargon der Astronomen für die Bedingungen der Atmosphäre ) ausgewählt. Die Aufhellung des Himmels ist durch die umgebenden Großstädte und Industrieanlagen, nahe Straßenlampen und Bebauung sehr stark. Also im Klartext: um überhaupt, ob visuell oder fotografisch, vernünftig arbeiten zu können, muss ich zwangsläufig 'ins Feld', und zwar weitab von künstlichen Lichtquellen. Meine erste Exkursion führte mich zur Dhünntalsperre, südlich von Wermelskirchen. Nach einiger Zeit war ein halbwegs brauchbarer Standort gefunden. Dort hoffte ich auf besseres "Seeing". Um das Fernrohr mitsamt Kamera und Laptop betrieben zu können, schloss ich das Ganze an eine 12V 80Ah Batterie an und machte ein paar Bildserien. Der erste visuelle Eindruck war erst einmal viel versprechend: der Himmel schien tatsächlich viel dunkler auszusehen.

Zunächst wählte ich eine Region nahe des Zenit. Capella   2,8/18mm ISO1600 t=60". Das gleiche Bild nachbearbeitet. Hier wäre noch mehr möglich gewesen: Reduzierung der Empfindlichkeit und 120".

Danach nahm ich mir noch einmal den Orion vor. Gürtel  2,8/200mm ISO1600 t=60". Das gleiche Bild mit der "Brechstange" nachbearbeitet. Ich wollte den Flammennebel und den Pferdekopfnebel sichtbar machen. Das Streulicht macht Belichtungszeiten von mehr als 60" in dieser relativ Horizontnahen Position unmöglich. Der Fokus ist deutlich verfehlt, die Nachführung nicht o.k.

Schließlich machte ich noch eine Großfeldaufnahme der Region Orion, Richtung Köln/Leverkusen. Lichtverschmutzung in Reinkultur, ich muss also noch wesentlich weiter weg von den Großstädten. Und vor allem sollte ich endlich mal die korrekte Ausrichtung und Justage der Montierung erlernen.

März 2009. Die Angeltour mit Freunden sollte nach Dänemark führen - nach Helnaes, einer westlich an Fünen angehängten Halbinsel. Da nehme ich einfach die Ausrüstung mit, dachte ich, und so kam es auch - im Wagen war noch Platz. So wurde das Rohr zwischen Proviant und Angelruten gequetscht, geht doch. So weit abgelegen sollten vor Ort ideale Bedingungen herrschen. Schon bei einer früheren Tour nach Dänemark, damals auf der Insel Als,  ist mir aufgefallen, wie erstaunlich dunkel der Himmel ohne störendes künstliches Licht war und wie klar und farbenprächtig sich die Sterne zeigten. Im Ferienhaus war schnell das Equipment aufgebaut und verkabelt. Die Terrasse bot einen windgeschützten Panoramablick von Ost nach West. Was mit Regenwetter begann und erstmal gut für die Fische war, änderte sich am 3. Tag in Richtung Sonne pur und klare Nächte, perfekt! Nun konnte ich in aller Ruhe mit dem Einnorden, d.h. mit der Ausrichtung der Polachse der Montierung auf den Himmelsnordpol, beschäftigen. Zum Glück steht der Polarstern nur ca. 1° vom Pol entfernt. Ihn nimmt man als grobe Näherung erst mal ins Visier. Nun erfolgt die Feineinstellung mit Hilfe des Programms polsuche.exe (Shareware). Das Programm berechnet aus der geografischen Lage des Beobachtungsorts und der Uhrzeit die genaue Anordnung Sterne der näheren Polregion im Justierfernrohr. Nun muss nur noch diese Ansicht mit der des Programms in Deckung gebracht werden, dann passt es. Den Rest macht die Montierung mit ihrer Schrittmotorsteuerung. Soweit die Theorie: in der Praxis brauchte es 3 Nächte, bis ich einigermaßen mit den Tücken der Montierung, den sich durchbiegenden Terrassenbrettern, Kälte und Betauung und meiner eigenen Schusseligkeit klar kam. Trotzdem gelang die Nachführung nicht zufrieden stellend. Und nun zum Thema Lichtverschmutzung: war in Langenfeld die Belichtungsdauer auf 60" begrenzt, so war es hier erstaunlicherweise nur das 3-4 fache. Tatsächlich kam ich nicht höher als 200", also etwas über 3 Minuten. Schock schwere Not. Aber nun genug der Worte, es folgen die Bilder:

Großfeldaufnahmen:   Auriga     Bootes     Cancer     Leo Major     Orion      Ursa Major

mittlere Größe:           Canis Minor    Coma Berenices    M35    M44    Monoceros    Orion

Zooms:                      M35    Oriongürtel    M101   

Die Daten zu den einzelnen Aufnahmen lassen sich durch die EXIF-Informationen einsehen, welche von den meisten Bildbetrachtungsprogrammen zu den einzelnen Bilddateien angefordert werden kann. So erfährt man alles über Belichtungszeit, Brennweite, ISO-Zahl und Blende.

Mai 2009Ein per Google Earth erkundeter Beobachtungsstandort  in der Eifel wird auf seine Tauglichkeit geprüft. Der Vorteil ist, dass ich relativ schnell mit allen Gerätschaften vor Ort bin und mich nicht stundenlang über die Dörfer quälen muss, gibt den Anstoß zum Test. Über die A1 bin ich in ca. 1h15' am Standort. Der Blick ist ringsum frei und relativ streulichtfrei. Lediglich die Windkraftanlagen stehen ein wenig dumm im Weg und die Signallampen blinken dazu. Doch es findet sich immer eine ausreichend große Lücke zum Beobachten. Hier ein paar Aufnahmen, die ich rasch anfertigen konnte:

                                Bootes Weitwinkel       Lyra Zoom      Hercules      Hercules Zoom

August 2009       unser Trabant           (ISO 200, Nikon300, Fokalfotografie am Meade 6"er), danke Michael!

September 2009. Im Süden Norwegens, nördlich von Kristiansand, Angeltour mit Freunden. Leider gerät die Ankunft gerade in die Vollmondzeit, daher habe ich verzichtet, die Ausrüstung mit zu schleppen. Trotzdem gelingt es mir, gegen Ende der Woche, als der Mond sich stückweise wieder vom Abendhimmel verzieht, ein paar Aufnahmen mit der Fuji zu knipsen. Belichtungszeit 2,8/18 ISO800 t=30" auf Stativ

                                Region um Ursa Major        Polarregion      Andromeda

                                Nachtwolken        Lyra  Cygnus        Schwarzweiß I        Schwarzweiß II

März 2010.  Paar Schnappschüsse vor der Haustür

                          Mars              die Erde dreht sich: Sterne scharf, Haus unscharf Belichtungszeit 1 Minute: Orion & Co

                        Wieder Dänemark nähe Brunshuse auf Fünen. Ca. 1h klarer Himmel, dann Dunst & Nebel, die gesamte Ausrüstung war innerhalb von wenigen Minuten klatschnass und ich rettete das Gerät und mich an den Kaminofen...

                                Unser Trabant        M36+M37

Kleiner Abstecher in die Eifel, um den superklaren Himmel wegen des Flugverbots auszunutzen, danke Eyjafjallajökull ! Leider hat das Fokussieren überhaupt nicht geklappt: der Teufel lag wieder mal im Detail: um den genauen Schärfepunkt meiner beiden Objektive zu finden, habe ich einen Streifen Millimeterpapier auf das Objektiv gepappt und paar Serienaufnahmen eines weit entfernten Baums gemacht, dabei jedesmal den Fokusring einen 1/2mm verdreht. Danach habe ich die Bilder genau angeschaut und das bei der eingestellten Brennweite jeweils schärfste ausgewählt. So erhielt ich eine Tabelle zur Einstellung der exakten Unendlich-Stelle. Nach dem Aufbau der Montierung stellte ich dann fest, dass ich ohne Schemel oder kurze Leiter nicht mehr hoch genug ans Objektiv drankam, um den Fokusstrich am Millimeterpapier sehen zu können, verdammte Hacke! Die Stativbeine einfahren kam nicht in Frage, weil die Polachse schon ausgerichtet war und ich danach nicht mehr ohne extremste Verrenkungen in den Polsucher hätte blicken können. So erhielt ich an diesem Abend nur 3 Aufnahmen.

                                M106         M13        Lyra

 

Juni 2010.  Nur nicht aufgeben...diesmal stört auch der Mond nicht, optimale Bedingungen. Zum Fokussieren des 200er Tele mache ich ein paar Serienaufnahmen vom teilweise noch erhellten Westhimmel und nehme die Venus dafür. Klappt ganz gut, dabei kommt bei einer der Aufnahmen ein seltsames Fluggerät ins Blickfeld: wasdassn?

Nach den üblichen Verrenkungen am Polsucher zwecks Justierung klappt die Nachführung recht gut. Der "Whirlpool" M51 wird exakt gefunden: im 6" Newton sieht man die beiden Galaxien sauber abgegrenzt. Auffällig der helle Kern der kleineren Galaxie. Hier erstmal mit dem 200mm Tele M51 und nachfolgend direkt im Fokus M51_fokal. Auch M3 gelingt mit dem 200er Tele recht gut. Dann schwenke ich zum M13, die Nachführung schwächelt...bei den Sternen des Kugelhaufens sieht man es deutlich. Mittlerweile hat die Milchstraße eine Pracht entwickelt, welche ich so selten erlebt habe. Nun erlebe ich eine weitere Eigenart der Montierung: ich muss weit in den Osten schwenken und schon knallt der Tubus an die seitlich angesetzten Motorengehäuse der LXD75-Montierung - Überraschung. Aber es gelingt gerade noch mit Ächzen, das Sommerdreieck und die Gegend um Deneb aufzunehmen. Weiter südlich entspannt sich die Lage mechanisch wieder und die Region nördlich des galaktischen Zentrums kommt als nächstes ins Visier. Ganz im Süden kratzt der Skorpion mit seinen Gliedern den Horizont.

Was mir diesmal auffiel: ca. 2-3 Minuten Belichtungszeit im Fokus des 6" Newton sind noch drin - wenn's länger werden soll, muss ich wohl mit einem kleinen Huckepack-Fernrohr (ich habe noch ein 90/1200 Seben Comet) und Fadenkreuzokular nachführen. Der optimale Fokus ist entscheidend, diesmal war ich nahe dran, aber noch nicht gut genug. Hotpixel überall, welche nach dem Bearbeiten nicht mehr auffallen. Also demnächst Dunkelfeld aufnehmen. Abblenden erhöht die Schärfe beim 2,8/18-50mm und beim 2,8/50-200mm entscheidend - erkauft durch längere Belichtungszeit. 

                               

wird fortgesetzt....

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